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Hinter den Kulissen einer Apotheke

Juli 2026 15:53 Min. hören 3 Min. lesen

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Viele Kunden sehen in der Apotheke vor allem den Verkaufstresen. Hinter den Kulissen läuft jedoch eine Menge Arbeit, von der Temperaturkontrolle über strenge Hygiene bis zur Dokumentation. Wer das weiß, versteht besser, warum es manchmal etwas länger dauert.

Temperaturen im Blick

Wenn es draußen heiß ist, fragen Kunden oft, ob die Apotheke eine Klimaanlage hat. Die Antwort: Jede Apotheke muss eine haben. In der Heckinghauser Apotheke ist sie so eingestellt, dass die Medikamente im Ziehschrank durchgehend gekühlt werden. In anderen Ecken, wo Papiere liegen, soll sie dagegen nicht so stark blasen. Dort ist es etwas wärmer, was auch die Mitarbeitenden vor Erkältungen schützt.

Jeden Morgen geht das Team zuerst die Thermometer ab: am Ziehschrank, im Kühlschrank, im Keller und im Verkaufsraum. Die Geräte zeichnen die Temperaturkurven auf, die ausgelesen und ausgedruckt werden. Zusätzlich ist es Pflicht, die Werte per Hand in eine Tabelle einzutragen. Alles muss über Jahre aufbewahrt werden.

Hygiene und Salben aus eigener Herstellung

Noch bevor die Apotheke öffnet, wird der Laborplatz hygienisch abgerieben, auch wenn das Labor ohnehin geputzt wird. Eine Salbe herzustellen bedeutet nicht einfach, etwas zusammenzurühren. Vorher wird geprüft, ob die verordneten Stoffe zusammenpassen, ob sie gekühlt werden müssen und mit welcher Drehzahl das Mischgerät laufen darf. Beim Herstellen tragen die Mitarbeiterinnen Handschuhe, Haube, Kittel, Mundschutz und Schutzbrille.

  • Jede Einwaage wird in einem Herstellungsprotokoll notiert.
  • Pro Rezeptur kommen drei bis vier DIN-A4-Seiten zusammen.
  • Die Apothekerin prüft das Ergebnis und unterschreibt.
  • Das Etikett nennt, für wen die Salbe ist, wann sie hergestellt wurde, wie lange sie haltbar ist und wie man sie anwendet.

Erst dann darf die Salbe an den Kunden gehen. Auch Prüfungen von Ausgangsstoffen, die Reinigungslisten des Putzteams und jede Abgabe von Betäubungsmitteln zeichnet Ulrike Beeckmann ab. Bei Betäubungsmitteln vergleicht sie vorher die Packung noch einmal mit dem Rezept.

Fehler, Lieferungen und Wartung

Für das Qualitätsmanagement wird jeder Fehler erfasst, auch kleine. Ein Beispiel: Ein Kunde wollte 50 Tabletten eines rezeptfreien Magenmittels und bekam nur 20. Solche Fälle kommen in einen Ordner und werden in Teambesprechungen, mindestens viermal im Jahr, durchgegangen. Schlimme Fehler sind laut Ulrike Beeckmann zum Glück nie dabei.

Mehrmals täglich kommen Lieferungen von Großhändlern, Paketdiensten und Herstellern. Ware und Rechnungen werden geprüft, Preise angepasst. Der Ziehschrank wird nach und nach ausgeräumt und geputzt. Die Fußmatten werden täglich gesaugt und mindestens einmal pro Woche von einer Hygienefirma getauscht. Die automatische Tür wird mehrmals im Jahr gewartet, damit sich kein Kind die Finger klemmt.

Wenn das E-Rezept hakt

Dazu kommen fast täglich Neuerungen aus Politik, Verband und Kammer, die schnell umgesetzt werden müssen. Für das E-Rezept braucht die Apotheke Karten, die bei neuer Verschlüsselung ersetzt werden müssen. Fällt das System oder das Internet aus oder ist ein Rezept nicht angekommen, muss die Apotheke die Arztpraxis erreichen. Das klappt oft nur über Umwege, etwa per Fax. So kann ein einzelner Kunde 20 Minuten dauern, während draußen schon andere warten. Die Apothekerin bittet dafür um Verständnis und lobt ihr Team, das mit Herzblut arbeitet. Wer sich für den Beruf der Apothekerin oder PTA interessiert, ist eingeladen, sich das vor Ort anzusehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Temperaturen werden täglich elektronisch und per Hand dokumentiert.
  • Selbst hergestellte Salben entstehen unter strengen Hygieneregeln und werden von der Apothekerin freigegeben.
  • Fehler werden erfasst und im Team besprochen, damit sie sich nicht wiederholen.
  • Probleme beim E-Rezept kosten Zeit, deshalb kann es am Tresen mal länger dauern.