Die Folge zum Lesen
Ein Medikament wirkt nur dann richtig, wenn es richtig eingenommen wird. In der Apotheke bleibt für die Erklärung oft wenig Zeit, und wer krank ist, hört nicht immer genau hin. Ulrike Beeckmann fasst deshalb wichtige allgemeine Regeln zusammen, von Antibiotika bis zu Schmerzmitteln.
Antibiotika: am besten mit Wasser
Egal, welches Antibiotikum Sie nehmen: Schlucken Sie es nicht mit Milchprodukten und am besten auch nicht mit Kaffee oder Tee, sondern mit reinem Wasser. Leitungswasser ist dafür in Ordnung. Auf Milchprodukte müssen Sie deshalb nicht ganz verzichten, das wäre auch für das Darmmikrobiom nicht gut. Halten Sie einfach etwa zwei Stunden Abstand, davor oder danach. Dann ist das Antibiotikum bereits gut ins Blut aufgenommen.
Generell rät Ulrike Beeckmann, die gewohnten Essgewohnheiten während einer Behandlung beizubehalten, solange sie nicht ungesund sind. Die Dosierung ist auf das Körpergewicht abgestimmt. Die meisten Dosierungsangaben gelten etwa ab 50 Kilogramm. Wer weniger wiegt, sollte das Arzt oder Apotheke sagen, damit die Dosis angepasst werden kann.
Schilddrüse, Blutdruck, Cholesterin: auf die Uhrzeit kommt es an
Schilddrüsenpräparate sind das Erste, was Sie morgens nehmen, am besten noch auf der Bettkante, etwa zwischen sechs und acht Uhr. Die Menge liegt im Mikrogrammbereich, ist also nur ein Hauch, wirkt aber stark. Der Arzt stellt die Dosis über das Blutbild ein. Nehmen Sie die Tablette mal vor und mal direkt nach dem Frühstück, nimmt der Körper jedes Mal unterschiedlich viel auf. Dann lässt sich die Schilddrüse nicht mehr richtig einstellen.
Auch Blutdruckmittel sollten möglichst immer zur selben Zeit eingenommen werden. So kann sich der Körper darauf einstellen, und es wird ein gleichmäßiger Spiegel erreicht. Der Körper arbeitet nach festen Regelkreisen und Uhrzeiten. Mittel gegen hohe Cholesterinwerte nimmt man im Normalfall abends, weil sie dann den Stoffwechsel besser beeinflussen. Ausnahmen, etwa bei bestimmten Erkrankungen oder vielen Abendtabletten, sollten Sie individuell klären.
Hustenlöser und Magensäureblocker
- ACC oder NAC als Brausetablette: 600 Milligramm einmal morgens, gerne zum Frühstück. Die 200-Milligramm-Tabletten dreimal täglich: morgens, mittags und früh am Nachmittag. Nicht mehr abends, sonst husten Sie nachts ab und finden keinen Schlaf.
- Pantoprazol, Omeprazol und ähnliche Mittel: eine Stunde vor oder eine Stunde nach dem Essen. Das hängt davon ab, ob das Sodbrennen schon nüchtern auftritt oder erst nach dem Essen. Das klären Sie am besten mit Arzt oder Apotheke.
Diese Magenmittel verschieben den pH-Wert in Magen und Darm. Bestimmte Stoffe werden dann schlechter aus der Nahrung aufgenommen. Bei längerer Einnahme sollten Sie deshalb auf Vitamine achten, vor allem auf Vitamin B12. Das ist wichtig für den Gehirnstoffwechsel.
Schmerzmittel und die Magenschleimhaut
Manche Schmerzmittel greifen die Magenschleimhaut direkt an. Sie gehören zum Essen. Andere werden im Dünndarm aufgenommen und schaden dem Magen nicht unmittelbar. Bei Dauereinnahme beeinflussen sie aber die schützenden Faktoren der Schleimhaut. Es wird weniger Schleim gebildet, die Magenschleimhaut wird dünner und angreifbarer. Dann kann es sinnvoll sein, über die Nahrung etwas Schleimbildendes zuzuführen. Lassen Sie sich dazu beraten.
Fragen Sie in der Apotheke nach, wie Ihre Medikamente zusammenpassen, und nennen Sie alles, was Sie sonst einnehmen. Manche Mittel, etwa bestimmte Betablocker, kann man gleichzeitig nehmen. Andere müssen über den Tag verteilt werden, vor, zu oder nach dem Essen. Ihr Grundsatz: Besser richtig einnehmen und weniger brauchen, als falsch einnehmen und vielleicht die doppelte Dosis benötigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Antibiotika mit reinem Wasser nehmen und etwa zwei Stunden Abstand zu Milchprodukten halten.
- Schilddrüsenmittel immer als Erstes am Morgen, Blutdruckmittel zur gleichen Uhrzeit, Cholesterinsenker meist abends.
- Bei längerer Einnahme von Magensäureblockern an Vitamin B12 denken.
- Wer unter 50 Kilogramm wiegt oder mehrere Mittel nimmt, sollte das in der Apotheke ansprechen.


