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Das E-Rezept

Februar 2024 8:50 Min. hören 3 Min. lesen

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Die Folge zum Lesen

Seit 2024 ist das E-Rezept das große Thema in Apotheken und Arztpraxen. Für viele Patientinnen und Patienten ist noch unklar, wie es funktioniert und was sich gegenüber dem gewohnten rosa Rezept ändert. Ulrike Beeckmann erklärt den Ablauf möglichst ohne Fachbegriffe und nennt Vor- und Nachteile.

So kommt das E-Rezept in die Apotheke

Der übliche Weg führt über die Krankenkassenkarte. Wie bisher müssen Sie alle drei Monate in die Arztpraxis und Ihre Karte einlesen lassen. Danach müssen Sie für ein Folgerezept nicht mehr persönlich vorbeikommen. Meist rufen Sie in der Praxis an, manche Praxen nehmen Bestellungen auch per E-Mail an. Hält der Arzt keinen Besuch für nötig, schickt er die verordneten Medikamente in eine sogenannte Cloud.

In der Apotheke wird Ihre Karte ausgelesen. Die Apotheke ruft die Verordnung aus der Cloud ab, sieht, was verschrieben wurde, und gibt Ihnen die Medikamente. Die Zuzahlung leisten Sie wie gewohnt, sofern Sie nicht befreit sind. Der Arzt sieht dabei nicht, in welcher Apotheke Sie das Rezept einlösen und welches Präparat welcher Firma Sie erhalten. Eine solche Rückmeldung ist geplant, aber noch nicht möglich.

Daneben gibt es noch einen zweiten Weg: Der Arzt druckt einen QR-Code aus. Diesen Ausdruck bekommen Sie in die Hand, oder die Praxis schickt ihn per Fax oder Mail an die Apotheke. Dort wird der Code eingelesen.

Was schwieriger geworden ist

Beim rosa Rezept gab es einen gewissen legalen Spielraum. War das Rezept noch in der Post, zu Hause vergessen oder der Arzt im Urlaub, konnte die Apotheke ein Medikament auch einmal vorab mitgeben. Das geht jetzt nicht mehr. Das E-Rezept muss erst in der Apotheke vorliegen, bevor irgendetwas über den Tresen gereicht werden darf. Auch zurückdatieren lassen sich Rezepte nicht mehr.

Der Grund ist der Abgleich im Hintergrund. Bei der Abgabe wird der Code auf der Packung gescannt und mit dem E-Rezept verglichen, alles zeitgleich. Ulrike Beeckmann bedauert, dass dabei ein Stück Menschlichkeit verloren geht. Vielleicht sei es dafür sicherer.

Der große Vorteil: Rezepte lassen sich teilen

Stehen drei Medikamente auf Ihrer Karte und die Apotheke hat nur zwei vorrätig, bekommen Sie diese beiden sofort. Das dritte schickt die Apotheke in die Cloud zurück. Eine andere Apotheke, die es vorrätig hat, kann es dann über Ihre Karte abrufen und Ihnen geben. Beim rosa Rezept war das nicht möglich, es musste komplett in einer Apotheke eingelöst werden.

Es gibt zudem eine App, mit der Sie sich mit einer frei gewählten Apotheke verbinden und Verordnungen übermitteln können. Sie setzt aber ein neueres Smartphone voraus, das viele noch nicht haben. Außerdem ist sie nach ihrer Einschätzung noch anfällig, und die datensichere Anbindung ist auch aufseiten der Apotheken noch nicht ganz ausgereift. Es gehe aber schnell voran.

Wenn es noch hakt

Noch läuft nicht alles rund. Typische Probleme aus dem Apothekenalltag:

  • Ein Rezept wurde versehentlich dreimal in die Cloud geschickt. Die Apotheke kann die doppelten Einträge löschen.
  • Wegen der großen Datenmenge gehen manche Daten verloren.
  • Manche Verordnungen sind erst zwei Tage später auf der Karte abrufbar.

Sie bittet deshalb um Geduld und Verständnis. Bei Fragen zum E-Rezept hilft die Apotheke gern weiter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Karte muss weiterhin einmal pro Quartal in der Praxis eingelesen werden, Folgerezepte gehen dann telefonisch.
  • Die Apotheke ruft das Rezept über Ihre Karte oder einen QR-Code aus der Cloud ab.
  • Medikamente vorab mitgeben ist nicht mehr möglich.
  • Rezepte lassen sich jetzt auf mehrere Apotheken aufteilen.