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Wechseljahre

August 2023 16:59 Min. hören 2 Min. lesen

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Die Wechseljahre sind von vielen Mythen umgeben. Manche halten sie für ein Schreckgespenst, andere bezweifeln, dass es sie überhaupt gibt. Ulrike Beeckmann erklärt, was in dieser Lebensphase im Körper passiert, was Sie selbst tun können und welche pflanzlichen Mittel in der Apotheke häufig zum Einsatz kommen.

Eine Phase, die viele Jahre dauern kann

Ihre Faustregel: Ein Drittel der Frauen merkt kaum etwas von den Wechseljahren, ein Drittel hat leichte Beschwerden und ein Drittel tatsächlich schwere Symptome. Gemeint ist der Zeitraum etwa vom 40. bis zum 65. Lebensjahr. Man unterscheidet die Zeit vor den Wechseljahren, die eigentlichen Wechseljahre und einen Ausklang. Das kann sich über 25 Jahre hinziehen.

Typische Beschwerden sind Hitzewallungen oder ein allgemeines Wärmegefühl, Brustschmerzen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Dahinter steckt die hormonelle Umstellung: Östrogen und Progesteron nehmen ab. Die Abgrenzung zum normalen Älterwerden ist allerdings schwierig, denn auch dabei verändert sich der Hormonhaushalt. Das betrifft übrigens Männer genauso, nur wird darüber seltener gesprochen.

Was Sie selbst beeinflussen können

Wie stark man die Wechseljahre erlebt, hängt auch von der Lebensweise ab. Eine gute Partnerschaft, Freunde, eine schöne Arbeit, die allgemeine Lebenszufriedenheit und die Ernährung spielen eine große Rolle. Wichtig ist, achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen, ohne ihn ängstlich zu beobachten. Wer zu wenig geschlafen hat, gönnt sich am nächsten Tag mehr Ruhe. Wer zu viel gegessen hat, isst danach etwas weniger. So findet der Körper ein Mittelmaß und kann sich selbst regulieren. Besonders wichtig ist eine positive Grundeinstellung.

Pflanzliche Mittel statt sofort Hormone

Früher wurde schnell zu einer Hormonersatztherapie gegriffen. Die Beschwerden gingen weg, doch es zeigte sich, dass dadurch das Brustkrebsrisiko steigt. Deshalb schaut man heute zunächst auf pflanzliche Mittel, die sanfter wirken. In der Apotheke klärt Ulrike Beeckmann im Gespräch, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Nicht jedes Mittel passt für jede Frau, manche werden auch kombiniert.

  • Traubensilberkerze (Cimicifuga): der übliche Einstieg bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen.
  • Mönchspfeffer (Agnus castus): eher, wenn Brustschmerzen im Vordergrund stehen. Er regt den Körper selbst an.
  • Sibirischer Rhabarber (Rhapontikrhabarber): bei Hitzewallungen, Schlafstörungen und gedrückter Stimmung.
  • Rotklee und Soja: enthalten Isoflavone, also pflanzliche Hormone. Rotklee eignet sich zum Beispiel als Tee zusätzlich.
  • Salbeitee gegen starkes Schwitzen, Hopfen zur Beruhigung, auch bei Ängsten.

Weitere Beispiele aus der Folge: Zichorienwurzel macht satt und hilft bei Wassereinlagerungen, Frauenmantel ist in vielen Teemischungen enthalten, Nachtkerzenöl mit ungesättigten Fettsäuren hält Haut und Schleimhäute elastischer. Brennnesselsamen und Yamswurzel wirken stärkend. Es gibt auch homöopathische Kombinationsmittel. Damit Pflanzen wirken können, braucht der Körper Ressourcen. Ulrike Beeckmann nennt hier vor allem Vitamin D, B-Vitamine und Vitamin C sowie eine gesunde Ernährung.

Wenn akute Beschwerden stören

Gegen trockene Haut und Schleimhäute, etwa Scheidentrockenheit, gibt es Gele, Cremes und Tabletten zur örtlichen Anwendung. Bei Brustschmerzen gibt es außerdem Progesteron-Gele, die verschreibungspflichtig sind. Darüber sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur etwa ein Drittel der Frauen hat in den Wechseljahren schwere Beschwerden.
  • Lebensweise, Umfeld, Ernährung und Einstellung beeinflussen, wie stark man sie erlebt.
  • Pflanzliche Mittel werden passend zu den Hauptbeschwerden ausgewählt und teils kombiniert.
  • Hormonpräparate gehören in ärztliche Hand.