Die Folge zum Lesen
Vor der Urlaubszeit kommen viele Menschen mit der Frage in die Apotheke, was in die Reiseapotheke gehört. Ulrike Beeckmann rät zu einer klugen Grundausstattung für die erste Versorgung, statt den Koffer mit Medikamenten vollzupacken. Denn vieles bekommen Sie auch am Urlaubsort.
Nicht zu viel, aber das Richtige
Am Urlaubsort gibt es oft gute Mittel, etwa gegen Durchfall und Erbrechen. Ulrike Beeckmann nennt als Beispiel Ägypten, ihr liebstes Reiseziel. Dort gibt es pflanzliche Präparate, die bei uns gar nicht hergestellt werden. Trotzdem sollten Sie für die erste Notversorgung gerüstet sein. Ein Beispiel aus der Folge: Nachts sticht Sie etwas, und der Stich entzündet sich stark, weil es keine Mücke war, sondern eine einheimische Stechfliege. Dann wollen Sie nicht erst mitten in der Nacht vom Hotel aus ein Krankenhaus suchen.
Gerade bei Insektenstichen reagiert jeder anders. Bei manchen juckt es nur ein wenig, andere reagieren allergisch, bei wieder anderen entzündet sich der Stich heftig. Kortisonhaltige Salben gibt es in unterschiedlicher Stärke. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche zu Ihnen passt.
Die Grundausstattung
Das gehört nach Ansicht von Ulrike Beeckmann als absolute Grundlage in jede Reiseapotheke:
- eine kortisonhaltige Salbe gegen Insektenstiche
- eine Wundsalbe, zum Beispiel eine antibiotikahaltige Salbe, die es zum Teil frei verkäuflich gibt, oder eine Jodsalbe
- ein Fiebermittel, das meist zugleich gegen Schmerzen hilft
- ein Mittel gegen Durchfall, passend für Erwachsene oder Kinder
- Mullbinde, Pflaster, Sonnencreme und etwas gegen Verbrennungen und Sonnenbrand
Ein Fiebermittel, das auch Schmerzen lindert, spart Platz: eine Tablette für zwei Zwecke. Bei den Durchfallmitteln gibt es Präparate, die speziell für Reisen in tropische Gebiete gedacht sind. Und trotz guter Sonnencreme holt man sich manchmal einen Sonnenbrand an unangenehmen Stellen. Dafür sollten Sie etwas im Koffer haben.
Was individuell dazukommt
Wem schnell übel wird, oder wenn Kindern auf der Fahrt schlecht wird, der packt Reisetabletten ein. Wer einen ausgesprochenen Schlemmerurlaub plant, kann in der Apotheke nach Mitteln fragen, die das reichhaltige Essen für Magen und Darm verträglicher machen. Ganz wichtig: Alle Medikamente, die Sie zu Hause regelmäßig einnehmen, etwa Blutdrucktabletten, gehören selbstverständlich mit ins Gepäck.
Hitze und Klima im Blick behalten
Die meisten Medikamente vertragen keine große Hitze. Bis 25 Grad sind sie unproblematisch, kurzzeitig auch 30 Grad. In die pralle Sonne sollten sie aber nicht. Außerdem verändert sich der Körper in einer anderen Klimazone. Der Stoffwechsel stellt sich um, und es kann sein, dass Sie von einem Medikament mehr oder weniger brauchen, zum Beispiel beim Blutdruck. Achten Sie deshalb gut auf Ihren Körper und übernehmen Sie Verantwortung für ihn. Solche Fragen besprechen Sie am besten schon vor der Reise in Ruhe mit Ihrer Apotheke oder Ihrem Arzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Packen Sie eine Grundausstattung für die erste Versorgung ein, nicht den halben Medikamentenschrank.
- Salben für Stiche und Wunden, Fieber- und Schmerzmittel, Durchfallmittel und Verbandsmaterial gehören dazu.
- Ihre Dauermedikamente müssen immer mit.
- Schützen Sie Medikamente vor Hitze und achten Sie darauf, wie Ihr Körper auf das Klima reagiert.


