Zum Inhalt springen

Mitochrondrien

August 2024 10:04 Min. hören 3 Min. lesen

Auf Spotify

Die Folge zum Lesen

Warum sind wir manchmal so müde, warum nimmt man trotz wenig Essen zu, und warum lässt die Kraft im Alter nach? Ein Teil der Antwort steckt in winzigen Bausteinen unserer Zellen, den Mitochondrien. Wer weiß, wie sie arbeiten, versteht besser, warum Ernährung und Bewegung so viel bewirken.

Die Kraftwerke der Zelle

Mitochondrien werden als Kraftwerke der Zelle bezeichnet. Je mehr Energie eine Zelle braucht, desto mehr Mitochondrien enthält sie. In Nerven- und Muskelzellen sind es mehrere Tausend, denn auch Denken verbraucht viel Energie. In den Herzmuskelzellen finden sich sogar rund 10.000, schließlich arbeitet das Herz ohne Pause. Die Blutplättchen, die bei einer Verletzung die Wunde abdichten, kommen dagegen mit weniger als 100 aus. Eine weibliche Eizelle enthält mehr als 100.000 dieser Minikraftwerke.

Besonders faszinierend findet Ulrike Beeckmann, dass Mitochondrien 37 eigene Gene besitzen, die nur über die Mutter vererbt werden. Für sie ist das ein Beispiel dafür, wie fein der Körper abgestimmt ist. Sie erinnert an den Satz eines Arztes: Das eigentliche Wunder sei nicht, dass manche Kinder mit Behinderung zur Welt kommen, sondern dass bei Millionen von Zellteilungen die meisten Kinder ohne Behinderung geboren werden.

Wie ein Akku im Körper

Aus den Abbauprodukten von Kohlenhydraten und Fetten stellen die Mitochondrien eine Speicherform der Energie her, das ATP (Adenosintriphosphat). Es wird für alles bereitgestellt, was Energie kostet: Bewegung, Denken, Verdauung. Am einfachsten lässt sich das mit einem Akku vergleichen. Energie wird abgegeben und kann wieder aufgeladen werden.

Wie ein Akku lässt auch die Leistung der Mitochondrien mit dem Alter nach. Gleichzeitig braucht der Körper mehr Energie für Reparaturen und für Abfallstoffe, die sich in den Zellen ansammeln. Auch die Enzymtätigkeit nimmt ab. Ein Beispiel: Kleine Kinder vertragen meist Kuhmilch, mit den Jahren sinkt bei vielen die Toleranz, weil Enzyme zum Abbau des Milchzuckers fehlen.

Müde und schwerer trotz wenig Essen

Wer sich schlecht ernährt, liefert den Mitochondrien zu wenig für den Energieaufbau. Die Folge: Man ist müde, bewegt sich weniger und verbraucht weniger. Der Stoffwechsel läuft langsamer, und Kalorien setzen stärker an. So kann man zunehmen, obwohl man wenig isst. Hier setzt die Apothekerin in der Beratung zum Abnehmen an. Ihr Grundsatz: Man muss nicht weniger essen, sondern das Richtige.

So unterstützen Sie Ihre Mitochondrien

  • Antioxidativ wirkende Lebensmittel und Nährstoffe essen. Das entlastet die Mitochondrien, weil sie weniger Energie für oxidativen Abfall aufwenden müssen.
  • Viel reines Wasser trinken, damit die Zellen ihre Abfallprodukte abtransportieren können.
  • Sich regelmäßig bewegen. Gemeint ist kein Marathon, sondern Spazierengehen oder leichter Sport. Dadurch steigt die Zahl der Mitochondrien bis ins hohe Alter. Mehr Mitochondrien bedeuten mehr Energie, und das hilft auch beim Abnehmen.
  • Stress vermeiden, denn er kann zu viele freie Radikale bilden.
  • Gut schlafen und Ruhepausen einlegen, damit sich die Mitochondrien erholen können.

Die Mitochondrien sind nicht das Einzige, was zählt. Sie sind aber ein wichtiger Teil des Körpers, den man bei allem, was man tut oder lässt, im Blick behalten sollte. Neben der Genetik entscheidet die Qualität der Ernährung mit darüber, wie viel Energie wir haben und wie unser Körper aussieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mitochondrien liefern als Kraftwerke der Zellen die Energie in Form von ATP.
  • Ihre Leistung lässt mit dem Alter nach, ähnlich wie bei einem Akku.
  • Schlechte Ernährung bedeutet weniger Energie, Müdigkeit und leichter Gewichtszunahme.
  • Antioxidantien, reines Wasser, regelmäßige Bewegung und Erholung stärken die Mitochondrien.