Die Folge zum Lesen
Abnehmspritze, Diätshakes, Computer und KI: Vieles vermittelt heute den Eindruck, man müsse selbst nichts mehr für seine Gesundheit tun. Ulrike Beeckmann sieht das kritisch. Sie wirbt für eine bewusste Gesundheit, bei der Sie Ihren Körper verstehen und ein Stück weit selbst für ihn sorgen.
Der Körper hat natürliche Grenzen
Die Apothekerin hat Bedenken, dass naturgegebene Grenzen immer weniger beachtet werden. Man könne essen, so viel man will, sich kaum bewegen und den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen, so lautet das Versprechen. Auch das Gehirn müsse sich nicht mehr anstrengen, weil alles digital verfügbar ist. Doch unser Körper funktioniert im Großen und Ganzen noch wie vor Tausenden von Jahren. Einzelne Enzyme oder das Mikrobiom mögen sich verändern, die Grundlagen sind gleich geblieben.
Dazu gehört auch der Kontakt zu anderen Menschen. Wer völlig isoliert lebt, bekommt keine Grenzen mehr gesetzt. Gefühle aus dem Miteinander setzen Hormone frei, und die beeinflussen wiederum Geist und Gehirn. Gesund bleibt man deshalb vor allem in der Gemeinschaft.
Altes Wissen geht verloren
Früher wussten viele Familien, wie man zum Beispiel aus Weißkohl selbst Sauerkraut macht. Bei Ulrike Beeckmanns Großeltern stand dafür noch ein Fass im Keller. Dieses Wissen, selbst für sich sorgen zu können, verschwindet zunehmend.
Ähnlich erlebt sie es in der Apotheke. Zu Beginn ihres Berufslebens gab es dort viele lose Tees, von Hagebutte über Pfefferminze bis Baldrianwurzel, und man stellte eigene Teemischungen her. Heute sind die Auflagen so hoch, dass sich lose Tees kaum noch lohnen. Es gibt fast nur noch fertig verpackte Ware. Die sei nicht schlecht, aber die individuelle Teemischung ist aus den Apotheken so gut wie verschwunden. Im Pharmaziestudium wird das Wissen zwar noch gelehrt, anwenden lässt es sich aber kaum. Auch für ausführliche Beratung fehlt im Alltag oft die Zeit. Genau deshalb möchte sie mit ihrem Podcast Wissen weitergeben, damit Menschen ihre Selbstheilungskräfte wieder besser unterstützen können.
Warum Magnesium so wichtig ist
Als erstes Beispiel greift die Apothekerin ein Thema auf, das unter Ärzten und Apothekern gerade viel diskutiert wird: Magnesium. Der Mineralstoff übernimmt viele Aufgaben im Körper:
- Er ist wichtig für die Zellen, etwa für die Stabilität und Reparatur der DNA.
- Er unterstützt die Osteoblasten, also die Zellen, die Knochen aufbauen. Bei Knochen sollte man deshalb nicht nur an Calcium denken.
- Die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, brauchen Magnesium für die Energiegewinnung.
- Als Gegenspieler des Calciums hilft es der Muskulatur, sich zu entspannen.
- Es ist an der Kommunikation zwischen den Zellen beteiligt und wirkt entzündungshemmend.
Viele Firmen bieten inzwischen Präparate an, in denen Magnesium an unterschiedliche Salze gebunden ist. Je nach Verbindung wird es unterschiedlich schnell aufgenommen oder eher von bestimmten Zellen, etwa im Herzen oder im Gehirn. Ihr Vergleich: Ohne Mineralstoffe funktioniert der Körper so wenig wie ein Auto ohne Öl oder Benzin.
Ausblick: Mineralstoffe und Vitamine
In den kommenden Folgen will Ulrike Beeckmann einzelne Mineralstoffe, Schwermetalle und Vitamine genauer vorstellen. Sie möchte zeigen, was jeder einzelne Stoff leistet und woran es Ihnen vielleicht fehlt. Zum Abschluss gibt sie einen Satz mit, der Mark Twain zugeschrieben wird: Das Geheimnis des Erfolges ist anzufangen. Machen Sie also den ersten Schritt, auch bei Ihrer Gesundheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Körper funktioniert noch wie vor Jahrtausenden und braucht Bewegung, Anstrengung und soziale Kontakte.
- Altes Wissen, etwa über Tees oder das Einmachen, geht zunehmend verloren.
- Magnesium ist unter anderem wichtig für Zellen, Knochen, Energiegewinnung und Muskelentspannung.
- Je nach Salzverbindung wird Magnesium unterschiedlich aufgenommen.

