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Mineralanalyse

Mai 2026 12:45 Min. hören 3 Min. lesen

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Magnesium, Zink oder Calcium gehören zu den Nahrungsergänzungsmitteln, nach denen in der Apotheke am häufigsten gefragt wird. Doch was Ihr Körper wirklich braucht, lässt sich mit Durchschnittswerten nur grob sagen. Eine Mineralanalyse soll helfen, die Beratung gezielter auf den einzelnen Menschen abzustimmen.

So funktioniert die Analyse

Die Heckinghauser Apotheke arbeitet dafür mit einem Labor zusammen. Sie kaufen ein Test-Kit, eine kleine Box mit Briefumschlag und Fragebogen. In den Umschlag kommen abgeschnittene Fingernägel ohne Nagellack oder Haare, die direkt an der Kopfhaut abgeschnitten wurden. Für viele sind Fingernägel die einfachere Wahl. Auf dem Fragebogen stehen unter anderem Name, Geburtsdatum und ob Sie rauchen. Das Kit geben Sie in der Apotheke ab, die es ans Labor schickt. Nach etwa ein bis zwei Wochen kommt die Auswertung zu Ihnen nach Hause. Danach können Sie die Ergebnisse gemeinsam mit der Apothekerin durchgehen.

Die Analyse zeigt, bei welchen Mineralien möglicherweise ein Mangel besteht und ob Belastungen mit Schwermetallen vorliegen, etwa durch Blei aus alten Wasserrohren. Ulrike Beeckmann betont: Ein Blutbild beim Arzt gehört dazu. Die Mineralanalyse macht niemanden gesund, sie ist ein weiterer Anhaltspunkt.

Warum Durchschnittswerte nicht reichen

Für Mineralstoffe gibt es Durchschnittswerte, wie viel man täglich zuführen sollte. Sie reichen aber nur für ein Fundament. Wer viel Sport treibt, unter großem Stress steht oder sich von einer schweren Krankheit erholt, braucht oft mehr. Wie viel genau, lässt sich erst mit einer Analyse sagen. Dann kann die Beratung auch zeigen, wovon man besser absieht.

Wichtig ist auch die Qualität der Präparate. Ein Mineral muss so gebunden sein, dass der Körper es überhaupt aufnehmen kann. Manche Produkte enthalten Zusatz- und Hilfsstoffe oder viele Süßstoffe, die im Darm nicht abgebaut werden oder Enzyme hemmen. Dann hilft auch das Magnesium wenig. Solche Inhaltsstoffe zu beurteilen, gehört zur Ausbildung von Pharmazeuten.

Vier Spurenelemente im Zusammenspiel

  • Eisen ist wichtig für die Blutbildung und den Sauerstofftransport.
  • Zink und Mangan sind wichtig für die Haut, wirken antioxidativ, treiben viele Enzymprozesse an und unterstützen sich gegenseitig.
  • Mangan ist aber ein Gegenspieler von Eisen. Wer sehr viel davon nimmt, nimmt womöglich zu wenig Eisen aus dem Darm auf.
  • Kupfer wirkt ebenfalls antioxidativ und hemmt das Wachstum von Bakterien.

Kürzlich fragten mehrere durchtrainierte Männer nach hoch dosiertem Zink. In den Medien wird es offenbar für Muskelaufbau und männliche Stärke beworben. Ulrike Beeckmann hält das für überzogen. Zink kann unterstützen, aber allein drängt es andere Mineralien zurück, die die Muskelzellen ebenfalls brauchen. Davon allein wachsen weder Muskeln, noch verschwinden Erektionsstörungen.

Der Körper braucht alles

Das Labor testet 28 Mineralien, weil sie alle ineinandergreifen. Ein einzelnes Mineral hilft nicht. Abwechslungsreich zu essen, mal eine Banane, mal eine Ananas, ist eine gute Grundlage. Nur wenn ein Defizit entsteht, sollte zusätzlich ergänzt werden, und dann möglichst ausgewogen und passend zum Ergebnis der Analyse. Ziel ist, dass der Körper wieder ins Gleichgewicht und in seine Eigenregulation findet. Grundwissen dazu hält die Apothekerin für die Voraussetzung, um eigenverantwortlich zu handeln. Welche weiteren Spurenelemente die Analyse erfasst und wie die Auswertung aussieht, beschreibt der letzte Teil der Reihe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mineralanalyse wird aus Fingernägeln oder Haaren erstellt und ersetzt kein Blutbild.
  • Durchschnittswerte reichen als Fundament, bei Sport, Stress oder nach Krankheit kann der Bedarf steigen.
  • Mineralien wirken zusammen. Einzelne hoch dosiert einzunehmen, kann andere verdrängen.
  • Achten Sie bei Präparaten auch auf Hilfs- und Süßstoffe.