Die Folge zum Lesen
Spurenelemente braucht der Körper nur in winzigen Mengen. Fehlen sie, kann er bestimmte Funktionen aber nicht aufrechterhalten. Zum Abschluss der Reihe zur Mineralanalyse geht es darum, wie eine Auswertung aussieht, was danach passiert und welche weniger bekannten Spurenelemente getestet werden.
Was die Auswertung zeigt
Wie man Fingernägel einreicht, wurde im vorigen Teil erklärt. Nach ein bis zwei Wochen kommt die Analyse als Heft zurück. Anhand einer Musterauswertung zeigt Ulrike Beeckmann, wie das aussieht. Aufgeführt sind Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Phosphor, Zink, Natrium und Kalium. Darunter folgen toxische Elemente wie Cadmium, Blei, Aluminium und Quecksilber. Für jeden Wert ist der Normbereich markiert, sodass man sieht, wo zu viel und wo zu wenig vorhanden ist.
Das Labor in Süddeutschland legt eigene Vorschläge bei. Die Apothekerin ergänzt sie um das, was sie über ihre Kunden weiß, etwa welche Medikamente sie nehmen. Ein Beispiel: Bei einem Kunden waren die Aluminiumwerte auffällig hoch. Im Gespräch stellte sich heraus, dass ein Arzneimittel, das er nicht absetzen kann, viel Aluminium enthält. Das Medikament blieb unverändert, die Beratung setzte an anderer Stelle an.
Gespräch und Kontrolle
Das Auswertungsgespräch dauert je nach Fragen eine Viertelstunde bis anderthalb Stunden. Danach bleiben Apotheke und Kunde im Kontakt. Nach einem Vierteljahr bis halben Jahr empfiehlt sich meist eine zweite Analyse. So lässt sich sehen, was die Maßnahmen bewirkt haben, und man kann nachsteuern.
Weniger bekannte Spurenelemente
- Silizium unterstützt Knochen und Bindegewebe. Es aktiviert Enzyme, die bei der Kollagenbildung helfen.
- Kobalt ist Bestandteil von Vitamin B12. Ist der Wert zu niedrig, deutet das auf zu wenig B12 hin, etwa durch Medikamente oder geringe Zufuhr.
- Strontium ist trotz des Namens hier nicht radioaktiv. Es steckt etwa in Gemüse, Kohl und Algen und ist für die Knochen wichtig, allerdings im Mikrogrammbereich.
- Vanadium kann die Aufnahme von Zucker in die Muskelzellen fördern und ist daher für Menschen mit Diabetes interessant. Es kommt in Pilzen, schwarzem Tee und Vollkornprodukten vor.
- Bor steckt in Obst, Erdnüssen und Hülsenfrüchten. Für Frauen in den Wechseljahren hält Ulrike Beeckmann es für besonders wichtig, auch wenn noch unklar ist, wie es genau wirkt.
Auch Barium, Germanium und Lithium werden getestet. Lithium steckt etwa in Vollkornprodukten und Kartoffeln. Über die richtige Menge gehen die Meinungen weit auseinander.
Ganz wichtig ist ihre Warnung: Diese Stoffe bitte nicht in größeren Mengen einnehmen. Zu viel kann giftig wirken. Eine gesunde Ernährung liefert fast alles. Zeigt die Analyse einen deutlichen Mangel, rät sie zu einem Multivitamin- und Mineralstoffpräparat, das alle Stoffe in kleinen Mengen enthält. So wird der „Keller“ für eine Zeit wieder aufgefüllt. Eine müde Zelle holt sich aus der Nahrung oft nicht mehr, was sie braucht. Ist sie wieder versorgt, gelingt ihr das besser. Dauerhaft einnehmen muss man solche Präparate nicht unbedingt, eine Kur von etwa einem Vierteljahr kann reichen.
Nahrungsergänzung mit Beratung
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln lohnt das Gespräch in der Apotheke. Dort lässt sich klären, welche Medikamente Sie noch nehmen, welche Wechselwirkungen es gibt und welche Stoffe ein Medikament dem Körper entzieht. Wird das Medikament abgesetzt, kann oft auch die Ergänzung wegfallen. Ob jemand einen Betablocker oder ein Diabetesmittel braucht, entscheidet der Arzt. Die Apotheke prüft, was zusammenpasst, und unterstützt so die ärztliche Behandlung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Auswertung zeigt Mineralstoffe und toxische Elemente jeweils im Vergleich zum Normbereich.
- Nach drei bis sechs Monaten kann eine zweite Analyse zeigen, was sich verändert hat.
- Spurenelemente wie Silizium, Kobalt, Vanadium oder Bor braucht der Körper nur in Spuren. Nicht auf eigene Faust hoch dosieren.
- Nahrungsergänzungsmittel am besten mit Blick auf die übrigen Medikamente in der Apotheke abstimmen.

