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Wasser

März 2023 8:19 Min. hören 2 Min. lesen

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Wasser begleitet Ulrike Beeckmann seit rund 30 Jahren als Thema. Sie hält es für ein faszinierendes Element, das noch längst nicht vollständig erforscht ist. Hier erklärt sie, warum Wasser für den Körper und für die Einnahme von Medikamenten so wichtig ist, wie viel Sie trinken sollten und welches Wasser sie empfiehlt.

Transportmittel und Lösungsmittel

Wasser ist das wichtigste Transportmittel für Medikamente. Wer Tabletten ohne Wasser schluckt, zwingt den Körper, Flüssigkeit aus anderen Bereichen zusammenzuziehen, um die Tablette aufzulösen und an ihren Wirkort zu bringen. Nehmen Sie Medikamente deshalb immer mit Wasser ein.

Wasser ist außerdem ein Lösungsmittel, für Arzneimittel ebenso wie für Stoffe, die den Körper verlassen sollen. Nieren- und Gallensteine entstehen nach ihrer Erklärung, wenn solche Stoffe nicht ausgespült werden. Der Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Fehlt es, läuft vieles nicht rund. Der Körper kann allerdings sehr viel ausgleichen, deshalb leben wir trotzdem relativ lange.

Wie viel Sie trinken sollten

Als Richtwert nennt sie früher 30, heute 50 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Das ist das Fundament. Wer sich anstrengt oder Sport treibt, braucht deutlich mehr.

Aus eigener Erfahrung kennt sie das Problem, dass viel Trinken schwerfallen kann. Schon im Studium hatte sie immer Wasser in Glasflaschen dabei. Plastikflaschen kamen für sie nie infrage. Trotzdem lag ihr das Wasser im Magen, sie musste aufstoßen. Auch stilles Mineralwasser half kaum. Erst durch einen Freund stieß sie auf sehr reines Wasser ohne Mineralien.

Reines Wasser: der leere Lastwagen

Ihr erster Gedanke als Apothekerin war, dass man fast destilliertes Wasser nicht trinken dürfe. Das hält sie inzwischen für falsch. Im Mund mischt es sich sofort mit Speichel, später mit den Magensäften, und ist dann nicht mehr rein. Es schade dem Körper nicht, helfe ihm aber, Stoffe zu lösen und loszuwerden.

Ihr Bild dafür: Reines Wasser ist wie ein leerer Lastwagen, auf den der Körper alles aufladen kann, was hinaus soll. Stark mineralisiertes Wasser mit viel Calcium- oder Magnesiumkarbonat ist dagegen ein fast voller Lastwagen. Das kostet Energie und macht müde. Wer reines Wasser trinkt, bekommt nach ihrer Erfahrung mehr Energie. Ähnlich wohltuend wirkt klares Wasser aus einer reinen Bergquelle. Wer Mineralien ergänzen möchte, sollte zu Citraten greifen. Bei einer normalen Ernährung mit viel Obst und Gemüse reichen die Mineralien aus der Nahrung aber meist aus.

Und das Leitungswasser?

Die Wasserwerke in Deutschland leisten hervorragende Arbeit. Sie können Leitungswasser trinken, ohne krank zu werden. Rein ist es aber nicht:

  • Manche Arzneimittelreste, etwa Kontrastmittel oder Hormone, lassen sich nicht herausfiltern. Giftig ist das nicht, gut aber auch nicht.
  • In Bergseen gibt es inzwischen fast nur noch weibliche Fische, weil Östrogene im Wasser angekommen sind.
  • Auf dem Weg durch kilometerlange Leitungen und alte Hausrohre kann das Wasser verkeimen. Die Siebe am Wasserhahn halten nur grobe Teile wie Rost zurück.

Das Wichtigste in Kürze

  • Medikamente immer mit Wasser einnehmen.
  • Richtwert: etwa 50 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei Sport mehr.
  • Ulrike Beeckmann empfiehlt möglichst reines Wasser aus Glas statt Plastik.
  • Leitungswasser ist trinkbar, aber nicht völlig rein.