Die Folge zum Lesen
Das Herz arbeitet ein Leben lang, und vieles im Körper hängt von ihm ab. Ulrike Beeckmann stellt Mineralstoffe, Spurenelemente und Heilpflanzen vor, die ein leicht geschwächtes Herz unterstützen oder ein gesundes Herz schützen können. Dabei geht es ausdrücklich um die frühen Stadien. Alles, was darüber hinausgeht, gehört in ärztliche Hand.
Vier Stufen der Herzschwäche
Mediziner teilen die Herzinsuffizienz, also eine nachlassende Leistung des Herzens, in vier Schweregrade ein. Im Stadium I treten Beschwerden wie Müdigkeit oder Atemnot nur bei starker Belastung auf, etwa wenn Sie eine schwere Kiste aus dem Keller tragen. Im Stadium II zeigen sie sich schon bei normaler Belastung, im Stadium III bereits bei leichter. Spätestens dann sollten Sie zum Arzt gehen. Im Stadium IV bestehen die Beschwerden sogar in Ruhe.
Je früher Sie ansetzen, desto besser. Die Grundlage sind eine ausgewogene Ernährung und ein normales Körpergewicht. Dazu kommen:
- regelmäßige körperliche Aktivität
- auf das Rauchen verzichten oder es zumindest reduzieren
- Alkohol meiden oder weniger trinken
- für Entspannung und genügend Schlaf sorgen
Magnesium, Selen und Coenzym Q10
Mineralstoffe und Spurenelemente vergleicht Ulrike Beeckmann mit dem Öl im Auto: Sie sorgen dafür, dass alles rund läuft. Magnesium ist an über 300 Enzymfunktionen beteiligt. Es entspannt die Gefäße und kann den Blutdruck leicht senken. Außerdem schirmt es die Nerven gegen Stress ab und hilft, dass die Blutplättchen nicht zu stark verklumpen. Am Herzen braucht die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe genügend Magnesium, um zu funktionieren. Wichtig ist das richtige Präparat: Magnesiumcarbonat wird schlecht aufgenommen, Magnesiumcitrat dagegen gut. Lassen Sie sich hier beraten.
Selen schützt die Zellen vor freien Radikalen und wirkt entzündungshemmend. Im Herzmuskel ist es besonders stark angereichert. Coenzym Q10 hat seine höchste Konzentration ebenfalls im Herzen. Es hilft bei der Energiegewinnung der Zellen, wirkt antioxidativ und unterstützt die Weiterleitung der Signale im Herzen. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln gibt es große Qualitätsunterschiede.
Heilpflanzen für das Herz
Bei den Pflanzen geht es hier nur um frei verkäufliche Mittel. Am bekanntesten ist der Weißdorn. Er stärkt die Pumpkraft und die Erregungsleitung des Herzens und verbessert die Durchblutung. Außerdem regt er das Herz an, selbst Stickstoffmonoxid zu bilden, wodurch der Blutdruck sinkt. Das ist derselbe Stoff, der in Notfallsprays für Herzpatienten wirkt, beim Weißdorn allerdings in viel kleineren Mengen.
Weitere Pflanzen sind das Echte Herzgespann, das den Blutdruck leicht senkt und beruhigt und eher bei nervösen Herzbeschwerden eingesetzt wurde, sowie Arjuna, die Rinde eines indischen Baums. Sie wirkt antioxidativ und gegen Minderdurchblutung. Rosmarin kommt bei niedrigem Blutdruck zum Einsatz, Ginseng gilt als allgemein stärkend. Pflanzen mit herzwirksamen Glykosiden, etwa aus dem Roten Fingerhut, sind dagegen verschreibungspflichtig. In zu großer Menge sind sie giftig.
Wechselgüsse und Kampfer
Wer vorbeugen möchte, kann Wechselarmbäder machen: die Unterarme bis über die Ellenbogen abwechselnd in kaltes und warmes Wasser legen. Auch Kniegüsse nach Pfarrer Kneipp trainieren die Gefäße, fördern die Durchblutung und stabilisieren die Nerven. Ein Anliegen ist Ulrike Beeckmann außerdem der Kampfer, der in vielen Herz-Kreislauf-Tropfen steckt. Wer sich schwindelig fühlt, kann daran riechen wie früher an Riechsalz. Das beruhigt und bringt den Kreislauf wieder etwas ins Gleichgewicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Natürliche Mittel sind für die frühen Stadien gedacht. Ab Stadium III gehört die Behandlung zum Arzt.
- Bewegung, ausgewogene Ernährung, wenig Rauchen und Alkohol sowie guter Schlaf sind die Basis.
- Magnesium, Selen und Coenzym Q10 sind für das Herz wichtig. Auf ein gut aufnehmbares Präparat kommt es an.
- Weißdorn ist die bekannteste Heilpflanze für das Herz.

